Das Wichtigste vorab
- Die ScanAkte ist unsere eigene Software für die Schadensdokumentation am Bauwerk – entstanden aus einem echten Projekt an einer denkmalgeschützten Kirche.
- Jeder Schaden bekommt eine eigene digitale Akte, jedes Bauteil ein gelasertes Schild mit QR-Code.
- Die Erfassung läuft offline – im Dachstuhl, Gewölbe oder Keller. Der Bericht kommt als PDF oder Word.
- Neben dem Holzbau gibt es einen eigenen Fassaden-Modus.
- Wichtig: Die fachliche Beurteilung der Schäden liegt weiterhin bei Denkmalpflegern, Sachverständigen und dem ausführenden Handwerk – wir unterstützen die Dokumentation.
In unserer Blog-Serie zur Schadenskartierung am historischen Dachwerk haben wir gezeigt, warum wir die klassische Kartierung auf Papier hinter uns lassen: Fotochaos, verlorene Zuordnungen, keine Auswertung. Aus diesem „das geht auch anders“ ist inzwischen ein fertiges Werkzeug geworden – die ScanAkte. In diesem Beitrag stellen wir sie vor.
Von der Kirche zur eigenen App
Bei der Kartierung eines Kirchendachwerks mit mehreren Hundert Konstruktionshölzern wurde uns klar: Papierplan, Fotoliste und getrennter Berichtstext sind drei Orte, die niemand dauerhaft synchron hält. Also haben wir die App gebaut, die wir selbst gebraucht haben. Die ScanAkte ist keine zugekaufte Software, sondern eine Eigenentwicklung von SkyGeoScan – gewachsen an echten Projekten, nicht am Reißbrett.
Eine Akte je Schaden, ein QR-Code je Bauteil
Das Kernprinzip ist einfach: Jeder Schaden wird als eigene digitale Akte erfasst – mit Fotos, strukturiertem Befund (Fäule, Riss, Insektenbefall …), Schadensgrad mit Ampel, Ausdehnung, Ursache und Maßnahme. Jedes Bauteil bekommt eine eindeutige Nummer wie „Sp-04′“ – und die App übersetzt sie überall in Klartext: „Sparren · Gebinde 4 · Südseite“. So finden sich auch Menschen zurecht, die nicht täglich mit Abbundzeichen arbeiten.

Am Bauteil hängt ein gelasertes Holzschild mit der Nummer und einem QR-Code, befestigt mit Naturseil – denkmalgerecht, ohne Bohren, ohne Kleber. Wer den Code scannt, sieht sofort die Akte des Bauteils mit allen erfassten Schäden: der Zimmerer auf dem Gerüst genauso wie die Denkmalpflege im Büro. Eine App-Installation ist dafür nicht nötig.
Offline erfassen, im Büro auswerten
Im Dachstuhl gibt es selten Empfang. Deshalb läuft die ScanAkte komplett offline: erfassen, fotografieren, speichern – und sobald wieder Netz da ist, gleicht die App alles automatisch ab. Weil die Befunde strukturiert erfasst werden statt als Freitext, lassen sich Fragen wie „Wie viele Deckenbalken sind stark geschädigt?“ auf Knopfdruck beantworten.
Vom Plan zum fertigen Bericht
Jeder Schaden wird im Grundriss oder Schnitt verortet – als Punkt, Linie oder Fläche. Am Ende kommt der komplette Schadensbericht als PDF und Word: Deckblatt, Mängelliste, Datenblätter je Schaden mit QR-Code und automatisch formuliertem Befundsatz. Dazu druckfertige, maßhaltige Pläne von A4 bis A0. Und weil jede Akte auch die Maßnahme zur Instandsetzung festhält – von „Beobachten“ bis „Sofortsicherung“ –, ist der Bericht zugleich die Grundlage für Sanierungsplanung und Ausschreibung.

Wie so ein Bericht aussieht? Hier liegt ein Beispiel-Bericht als PDF – erzeugt aus unserem Demo-Projekt mit erfundenen Musterdaten.
Der Schaden in der Punktwolke
Ein Feature nutzen wir selbst am liebsten: Jede Schadensakte verlinkt die Stelle im Punktwolken-Viewer. Ein Klick, und Sie stehen virtuell im Dachwerk – die begehbare 3D-Punktwolke öffnet sich im Browser, rote Marker zeigen die kartierten Schäden. So lässt sich jeder Befund im räumlichen Zusammenhang prüfen, ohne auf die Leiter zu steigen.

Wie der Cloudviewer im Detail funktioniert, zeigt unser Beitrag Schadenskataster & Punktwolken-Cloudviewer.
Nicht nur Holz: der Fassaden-Modus
Schäden enden nicht am Dachstuhl. Deshalb hat die ScanAkte einen eigenen Fassaden-Modus: ein eigener Bauteilkatalog (Sockel, Giebel, Gesims, Fenstergewände, Portal, Strebepfeiler …), eigene Befunde (Abplatzung, Putzablösung, Ausblühung, Fugenschäden …) und statt der Holzart wird das Material erfasst – Putz, Ziegel, Naturstein oder Fachwerk. Orthofotos aus unserer Drohnenvermessung dienen dabei als Plan-Hintergrund, und der Fassaden-Bericht lässt sich getrennt vom Holzbau-Bericht ziehen.

Wichtige Klarstellung: Die fachliche Beurteilung der Schäden liegt bei Denkmalpflegern, Sachverständigen und dem ausführenden Handwerk. Wir führen die Schadensbewertung nicht selbst durch – wir unterstützen die Dokumentation vor Ort, wenn das gewünscht ist.
Selbst ausprobieren
Die ScanAkte ist ab sofort Teil unserer Projekte rund um Laserscanning und Gebäudevermessung – und Sie können sie selbst testen: Auf scanakte.skygeoscan.de können Sie einen Demo-Zugang anfragen. Wir prüfen und schalten persönlich frei; jeder neue Zugang enthält ein Demo-Projekt mit Musterdaten. Alle Details zur ScanAkte finden Sie auf unserer Produktseite.
Fragen zu Ihrem Projekt? Sprechen Sie uns an – von der ersten Begehung bis zum fertigen Bericht.
